Unzureichende Barrierefreiheit im Internet für Menschen mit Sehbehinderung

Für Menschen ohne Behinderung lässt sich heute fast alles online erledigen: Die Wettervorhersage für den Urlaub nächste Woche checken, das Geburtstagsgeschenk für Mama bestellen, ein Formular für die Bank ausfüllen. Mit ein paar schnellen Klicks ist alles erledigt. Anders sieht es aus für Menschen, die sehbehindert sind. Leider sind viele Seiten für Blinde nicht zugänglich.

Screenreader für Menschen mit Sehbehinderung

Es gibt einen Screenreader für Menschen mit Sehbehinderung. Damit können auch Blinde im Internet surfen. Es handelt sich um eine Software, die Inhalte vorliest. Darüber hinaus bietet sie Orientierung, wo sich der Cursor auf der Seite befindet und was beim Klicken mit der Maus passiert. So schön, so gut: Im Optimalfall hört sich das alles prima an, doch leider sind viele Webseiten nicht für dieses Programm ausgerichtet. Eine Studie zeigt, dass in diesem Bereich viel zu tun ist. Insgesamt untersuchten Wissenschaftler hundert Webseiten auf ihre „Barrierefreiheit“ für Sehbehinderte. Die Seiten erhielten für den Grad ihrer Zugänglichkeit zwischen einem und fünf Sternen. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Barrierefreiheit von Webseiten im öffentlichen und privaten Bereich

Bei staatlichen Betrieben wie der Post oder dem Schweizer Fernsehen sowie bestimmte Webseiten von Behörden konnten viele Sterne vergeben werden. Andere schnitten schlechter ab. Die Webseiten der Kantone befanden sich im mittleren Bereich mit drei Sternen, bestimmte Kantone wie Luzern, Obwalden und Nidwalden schafften es auf zwei Sterne. Vielen fehlt es an einer sorgfältigen Strukturierung. Links sind nur schlecht erkennbar und Dokumente nicht lesbar. Die Behörden nehmen das Thema nicht ernst genug. Noch schlechter schnitten die Webseiten im privaten Bereich ab. Dort erreichten viele Seiten gerade einmal einen Stern. Eine schlechte Voraussetzung für sehbehinderte Menschen. Die Studie zeigt, dass die Schweiz noch weit entfernt ist von einer Gleichstellung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Neben Menschen mit Sehbehinderung sind Personen mit schlechtem Gehör oder mit Sprachschwächen im Nachteil. Für ältere Menschen ist der Aufbau einer Seite oftmals zu komplex. Vielen Menschen ist dadurch der Zugang ins Internet nur begrenzt möglich.

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