Seit nunmehr fast 15 Jahren, konkret seit 2004, liegt in der Schweiz ein Gleichstellungsgesetz für Menschen mit Behinderung (BehiG) in seiner aktuellen Fassung vor. Es soll Benachteiligungen von Menschen mit Behinderung beseitigen oder wenigstens verringern, beziehungsweise soll es die nötigen Rahmenbedingungen dafür schaffen. Es geht dabei um die Stellung am Arbeitsplatz, die Anteilnahme am gesellschaftlichen Leben, besonders die Möglichkeit, selbstständig soziale Kontakte pflegen zu können und um die Möglichkeits sich selbstständig aus- und weiterzubilden. Mit dem Inkrafttreten des BehiG wurde auch das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) in der Schweiz gegründet, das die Umsetzung des Gesetzes vorantreiben soll.

Was bedeuted das aber in der Realität und was ist davon Wirklichkeit? Nun, immerhin ist der Prozentsatz der behinderten Erwerbstätigen nur wenig niedriger, als jener der Erwerbstätigen ohne Behinderung. Allerdings klagen über 20 Prozent der Erwerbstätigen mit Behinderung über Diskriminierung unterschiedlichster Art. Auch die Zufriedenheit punkto Einkommen und Arbeitsbedingungen ist bei Menschen mit Behinderung geringer als bei Menschen ohne Einschränkung. Besonders viele von ihnen leiden demnach unter Mobbing, Gewalt und Einschüchterung am Arbeitsplatz. Menschen mit starker Einschränkung werden laut dem Bundesamt für Statistik mit diesen Dingen am meisten konfrontiert.

Das alles gibt natürlich zu denken. Ein Arbeitsschwerpunkt für die kommenden Jahre des EBGB ist daher auch die Sensibilisierung von Arbeitgebern und Förderung der Gleichstellung am Arbeitsplatz. Die Rechte von Behinderten am Arbeitsplatz sollen so besser umgesetzt und gesichert werden. Arbeitgeber sollen ein offenes und einschließendes Betriebsklima schaffen, und Mitarbeitern mit gutem Beispiel vorangehen, um die allgemeine Akzeptanz zu fördern. Unternehmer werden aufgefordert, neue Wege zu beschreiten und Hindernisse abzubauen. Zu diesem Zweck fördert der Bund Pilotversuche, die eine bessere Gleichstellung und Barrierefreiheit im Betrieb zum Ziel haben.

Es gibt viel zu tun, aber es ist auch viel passiert in den letzten Jahren in Sachen Arbeitsmarkt. Wir werden die weitere Entwicklung jedenfalls mit Argusaugen verfolgen.