Die Schweiz hat sicherlich schon viel für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung getan und ist stets bemüht, die Lage zu verbessern. Trotzdem, der Weg ist weit, steinig und mühsam. So hat sich die Regierung letztes Jahr einen Rüffel von der UNO abgeholt, und musste eingestehen, dass nicht alles perfekt läuft. Die Situation am Arbeitsmarkt ist für Menschen mit Behinderung immer noch erheblich schwieriger, genauso wie es laut UNO-Bericht im Alltag laufend zu Benachteiligungen durch mangelnde Barrierefreiheit kommt, und die vielzitierte aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gar nicht so gut umgesetzt werden kann wie gewünscht. Kinder werden beispielsweise selten in allgemeine Schulen integriert, sondern kommen in Sonderschulen. Sogar Schönfärberei muss man sich im UNO-Bericht von 2017 unterstellen lassen. Das ist schon bitter. Die medizinische Versorgung ist aber gut, was immerhin ein Pluspunkt ist.

Jetzt gibt es aber Neuigkeiten aus Basel. Hier will man Ernst machen mit der Gleichstellung und als Vorbild für die restliche Schweiz und vielleicht darüber hinaus wirken.

Es sollen Barrieren abgebaut werden und Restaurants, Banken und Geschäfte behinderten Kunden gut zugänglich gemacht werden.

Das sind gute Neuigkeiten. Bleibt zu hoffen, dass das Modell im Rest des Landes übernommen wird. Die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht.

Es ist ein großer Erfolg für die Behindertenverbände, die sich diese Neuerungen allerdings auch erst hart erkämpfen mussten, bevor der gute Wille der Politik so richtig ins Rollen kam. Es gab in den letzten Jahren eine kantonale Volksinitiative sowie zwei Motionen im Parlament mit dem gleichen Ziel, das Vorantreiben der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

In Basel arbeitet man in der Zwischenzeit an den Verbesserungen.

Nach dem Rahmengesetz werden andere Spezialgesetze überprüft und bei Bedarf eventuell abgeändert. Es bleibt abzuwarten, ob das Gesetz vom Großen Rat in der aktuellen Form abgesegnet wird. Der Knackpunkt liegt möglicherweise bei den Kosten die auf Gewerbetreibende zukommen, aber wir bleiben optimistisch und hoffen, dass wir bald nicht mehr über Barrieren diskutieren müssen.