Das hört sich vielleicht provokant an, ist es aber gar nicht, denn das Thema ist nicht neu. Ja richtig, es ist immer wieder die Frage der Integrationsbereitschaft, und ja, es ist auch immer wieder die Frage, wer sich integrieren lassen will, und wer bereit ist, jemand anderen zu integrieren. Diese Diskussion wurde gerade erst wieder in Europa im Zusammenhang mit all den Migranten aus dem Nahen Osten und aus Afrika belebt. Und was für ein Debakel müssen wir dabei seit nunmehr fast drei Jahren erleben? Ein einziges Trauerspiel, und für alle, die es vielleicht schon wieder vergessen haben, ein ähnliches Chaos gab es erst kurz zuvor mit den Inklusionsschulen.

Umso trauriger ist es, dass sich dieses Thema im Zusammenhang mit Menschen, die eine körperliche Behinderung haben, seit Jahrzehnten stetig fortträgt. Wir reden doch hier nicht von sportlichen Wettkämpfen, wie den „Paralympics“, sondern einfach nur von gewöhnlichem Freizeitsport, nämlich dem Wandern. Prothesen, Rollstühle, usw., selbst eigens dafür gekennzeichnete Wanderwege sind heute überall in der Schweiz bestens dafür geeignet, dass Menschen mit und ohne körperliche Behinderung gemeinsam in die Natur starten, um Wanderausflüge zu machen.

Sollte nicht gerade darin der Anreiz bestehen, sich gegenseitig zu helfen, wenn´s trotz aller vorheriger Prüfungen und Abwägungen mal notwendig wird? Nur darin liegt doch der eigentliche Reiz der gelungenen Integration. Das Schönste, was einem Menschen mit einer Behinderung passieren kann, ist doch, bei einem Wanderausflug völlig zu vergessen, dass er sie hat. Das geht aber nur, wenn er sich als vollwertiger Partner oder Teamkollege akzeptiert fühlt, nicht aber, wenn alle Welt sich für und um ihn sorgt. Die meisten nicht behinderten Menschen meinen bisweilen, sie müssten so etwas wie Dauermitleid hegen, um Menschen mit Behinderung zu genügen. Nein, müssen sie überhaupt nicht, sondern sich nur ganz normal verhalten.

Nur, wenn sich die körperlichen Einschränkungen des einen mit den geistigen Behinderungen des anderen vereinen, dann wird wahrscheinlich nie was draus. Nicht vergessen: Gerade in einer Konkurrenz-Gesellschaft sind soziale Züge gefragt.