Es fehlt ein Konzept

Betrachtet man die in den Alpen gelegenen Nation der Schweiz von außen, so sieht man ein blühendes Land. Der Wirtschaft geht es gut, jedes Jahr werden neue Rekorde beim BIP und anderen Kennzahlen erreicht, die Quote der Arbeitslosen ist auf einem historisch niedrigen Stand und auch kulturell befindet sich das Land in einer Blütephase. Blickt man jedoch hinter diese Fassade, so tun sich große Abgründe auf. So werden Menschen mit Behinderung in der Schweiz nach wie vor massiv benachteiligt. Mit welchen Problemen und Herausforderungen sie dabei tagtäglich zu kämpfen haben erläutern wir Ihnen im folgenden kurzen Artikel.

Zunächst aber einige Zahlen: Insgesamt leben in der Schweiz mehr als 1,5 Millionen Menschen mit Behinderung. Blickt man auf die gesamte Bevölkerung von etwa 8,5 Millionen Menschen, so sind das mehr als 10 Prozent aller Schweizer. Obwohl also eine sehr große Zahl der Bewohner des Landes mit einer Behinderung leben muss, ist das Land nicht inklusiv gestaltet. So besuchen behinderte Kinder eigene Kindergärten und Schulen und sind auch danach in eigenen Betrieben untergebracht, in denen sie zusammen mit anderen Kindern mit Behinderung eine Ausbildung erhalten. Sie haben also von Anfang an ein Sonderleben, das sie führen, und kaum Kontakt zur übrigen Gesellschaft. Haben sie erst einmal eine Ausbildung in einem staatlichen Förderbetrieb genossen und dort einen Abschluss erworben, geraten sie zumeist in die Arbeitslosigkeit oder aber arbeiten weiterhin in staatlich geförderten Betrieben. Ein Sprung in die freie Wirtschaft ist indes fast nie möglich, sodass Behinderte nie ein halbwegs normales Leben führen können.

Es wäre nun einfach, die Schuld dafür auf die Unternehmen der Privatwirtschaft in der Schweiz zu schieben. Sie sollten sich ihrer Verantwortung bewusst werden und freiwillig mehr Behinderte einstellen. Es fehlt aber auch einfach an einem Konzept seitens der Politik, das eine Inklusion systematisch möglich macht und die Unternehmen hierbei unterstützt.

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